Freie Zimmer gibt es in der Ruine des ehemaligen Hostels in der nördlichen Friedrichstraße unzählige. Die Ausstellung „The Vacancy“ der Berliner Galerie Crone hat 33 davon zum temporären Kunstraum umgewandelt. Jedem der gezeigten Künstler steht ein Raum zur Verfügung, in dem er seine Werke präsentieren kann. Mit dabei sind Berliner Lieblinge wie Carsten Fock aber auch Pola Sieverding oder Peter Welz und Mariana Hahn sowie internationale Künstler wie die Französin Juliette Bonneviot oder der Grieche Panos Papadopoulos. Die Newcomer und alteingesessenen Künstler haben für The Vacancy in fast allen Fällen neue Werke in enger Verbindung mit ihrem temporären Ausstellungsraum konzipiert.

The Vacancy – genau das Richtige für Urban Explorer

Die Unruhe, die die einzelnen Räume ausstrahlen, ist sicher nicht nur für die Besucher hart. Auch die Künstler werden so ihre Probleme gehabt haben, ihre Kunst an baufälligen Wänden hervorzuheben. Der Putz bröckelt, Türen gibt es keine, Bretter liegen neben Zigarettenstummeln und verdecken Löcher, Kabel hängen aus den Wänden. Das Gebäude ist eben eine Baustelle. Das greifen einige der Künstler auch in ihren Exponaten auf. Die Künstlerin Jenny Feldmann zeigt zum Beispiel die Installation eines persischen Teppichs – mit Löchern und zum Teil noch in Kartons verpackt. Unfertig wie die Baustelle selbst. Was Kunst und was Baustelle ist, verschwimmt.

Nur noch bis 19.10. Zeit, um The Vacancy zu sehen

Bevor das ehemalige Hostel an der Friedrichstraße Ecke Oranienburger Straße zu einem neuen Hotel umgebaut wird, kann man noch bis 19.10. den Berlin nachgesagten Baustellencharme live erleben. Besucher müssen dabei auf fünf Etagen auch schon mal über Holzbalken und Bauschutt klettern. Unweit des ehemaligen kulturellen Mekkas des Tacheles öffnet The Vacancy nicht nur den Geist für moderne Kunst an ungewöhnlichen Orten, sondern auch für das Unfertige und lässt einen Rückblick in das Berlin der frühen Neunziger zu, als Leerstellen noch zu Hauf als kreative Räume offen standen. Wer Kunst mit einem Hauch von Nostalgie und Rebellion erleben möchte, sollte sich die Ausstellung der Galerie Crone in Kooperation mit dem Zeit Magazin nicht entgehen lassen!

Das sind die 33 internationalen Künstler bei The Vacancy

Juliette Bonneviot (hat PET-Flaschen eingeschmolzen und aus der Plastikmasse menschliche Torsi modelliert), Emmanuel Bornstein, Plamen Dejanoff, Paula Doepfner (feine Zeichnungen auf Papier und an der Wand), Jenny Feldmann (der persische Teppich), Carsten Fock, Gerrit Frohne-Brinkmann mit Emanuel Mauthe, Sofia Goscinski, Martin Grandits, Mariana Hahn (Kreis aus Salz und blauem Pigment, aus dem Kristalle wachsen), Tobias Hoffknecht, Ruprecht von Kaufmann, Angelika Loderer, Stefan Löffelhardt, Maren Maurer, Peter Miller, Robert Muntean, Panos Papadopoulos, David Prytz, Hanna Putz, Gunther T. Reifschneider, Volker Renner, Max Schaffer, Moritz Schleime, Pola Sieverding (großformatiges Foto von wallendem Frauenhaar), Stephanie Stein, Christian Theiß, Antony Valerian, Alejandro Vidal , Marianne Vlaschits, Peter Welz, Michael Wutz, Sahar Zukerman

Wer sich nicht nur in das Ensemble aus Kunst und Baustelle verliebt, sondern auch in ein Exponat eines Künstlers, kann es übrigens direkt vom Fleck weg kaufen.

The Vacancy: 1.10.-19.10.2015, Friedrichstraße 124, Mitte, Di-Fr 13-20 Uhr, Sa/So 11-20 Uhr, Eintritt frei

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Bella

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