„Machst du jetzt Diät?“, „Meine Schwester ernährt sich nur so und für sie ist es kein Problem“, „You are hungry? You know that you can buy burgers over there?!“: So und so ähnlich war ein Teil des Feedbacks, das ich in den ersten drei Tagen meiner Clean Eating Challenge zu hören bekam. Aber auch: „Und, wie läuft dein Essenzeugs?“, „Darf ich mal probieren? Oh, womit hast du das gemacht?“ und „Wenn du durch bist mit der Challenge: Hier noch ein gutes Rezept – ist auch ohne Zusatzstoffe.“

Ich wundere mich sehr darüber, wie weit die Meinungen zum Ernährungstrend Clean Eating auseinander gehen – und darüber, wie wenig verbreitet dieser „Trend“ selbst in einer Stadt wie meiner Wahlheimat Berlin ist. Das habe ich anders erwartet – ich wohne in Friedrichshain, einen Bezirk weiter (Prenzlberg) gibt es sogar Green-Smoothie-Bars. Leider ertappe ich mich dabei, dass sich die Erklärung, was Clean Eating denn nun sei, für mich wie eine Rechtfertigung gegenüber des Nachfragenden anfühlt – also weniger: „Schau, wie cool das ist“, sondern mehr: „Ich mach das, weil…“.

Bin ich am Ende etwa selbst noch nicht 100 prozentig überzeugt von dieser Challenge? Sagen wir es mal so: Dörte und Jesko Wilke verlangen den Teilnehmern ihres 21-Tage-Clean-Eating-Plans schon Einiges ab. Ich bin kinderlose Freiberuflerin und kann mir mein Leben so einteilen, wie ich das möchte. Und selbst Jemandem wie mir, der alle Freiheiten genießt, legt die Umsetzung dieser Challenge Steine in den Weg.

Es gibt zwei Hauptprobleme: 1. Das Vor- und Zubereiten der Speisen verbraucht unglaublich viel Zeit und wenn man sich die nicht nimmt oder nehmen kann, dann gibt es kein Essen. Und da sind wir direkt bei 2.: Die Wilkes gönnen ihren Challenge-Teilnehmern in der ersten (veganen) Woche 1.000 Kalorien am Tag. Ich arbeite Vollzeit und fühle mich in dieser Woche in erster Linie unkonzentriert und eigentlich ständig hungrig. Ich finde, das wirft nach außen ein falsches Bild auf Clean Eating und vor allem auch auf veganes Essen im Allgemeinen. Nicht jeder der Clean isst oder sich vegan ernährt, hungert den ganzen Tag. Beides sind keine Diäten mit dem vordergründigen Ziel abzunehmen!

Da frage ich mich also: Wie soll das denn ein Familienvater mit sagen wir mal zwei Kindern oder eine zahlreiche Überstunden schrubbende Karrierefrau packen? Das geht nicht. (Geht doch? Schreibt mir!) Zur Verteidigung der Challenge darf ich aber auch sagen: Die Rezepte von Jesko und Dörte sind größtenteils sehr lecker und ich durfte in dieser Woche bereits zahlreiche neue Lebensmittel ausprobieren. Welche das sind und wie die schmecken, verrate ich euch ab Sonntag. Hier noch der Essensplan der ersten drei Tage:

Tag 1: 

Tag 2: 

Tag 3:

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Jessy

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